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Nach dem Depressionsatlas der Techniker Krankenkasse werden die allermeisten Krankheitstage Mitarbeitern in Callcentern wegen psychischer Belastung eingereicht, so beschrieb es die Zeit Anfang 2017. Nach der Arbeit, so eine Mitarbeiterin im Interview mit der Zeit, „(…) will ich eigentlich nur noch Ruhe haben und nicht mehr sprechen oder zuhören müssen“. Auch wenn diese Haltung verständlich ist, gesund ist sie nicht.

Mit audiomaster wollen wir vermeiden, dass Mitarbeiter ausbrennen. Wir möchten, dass sie ihre Arbeit in den Griff bekommen und Spaß daran haben. Dabei ist eins klar: Wir sagen nicht, sie erfolgreicher, schneller, kompetenter arbeiten sollen. Das braucht nun wirklich keiner.

Den Müll im Gehirn wegputzen

Was wir stattdessen machen, lässt sich vielleicht am besten unter dem Begriff Psychohygiene beschreiben. Psychohygiene kümmert sich um den Müll, der sich in unserem Gehirn festsetzt, während wir täglich unzählige Einflüsse verarbeiten. Schlechte Angewohnheiten, heruntergeschluckte Kränkungen, Ärger, Ohnmacht – all die negativen Gedanken, die uns herunterziehen. Manche Menschen glauben, ein dickes Fell hilft, um sich unliebsamen Einflüssen zu schützen. Doch laut Psychohygiene ist das Gegenteil der Fall: Erst wenn man achtsam wird für das, was mit einem passiert, dann kann man es verändern. In unseren audiomaster Trainings und Workshops sorgen wir deshalb für Achtsamkeit.

Ich weiß, Achtsamkeit ist eine hohe Kunst und Menschen verbringen Tage und Wochen und Jahre in der Mediation dafür. Wir benutzen einfach einen Trick, der zu 100 Prozent funktioniert: Wir bringen echte, aber anonymisierte Gespräche aus dem Callcenter-Alltag mit. Es könnte jeder sein, der sie geführt hat, nur dass man niemanden erkennt, weil wir sie von Schauspielern haben nachsprechen lassen. Wenn wir diese Gespräche dann Stück für Stück, immer mit Unterbrechungen, vorspielen, ist es mucksmäuschenstill, weil alle gespannt lauschen. Für mich ist es immer wieder faszinierend, was die Teilnehmer bereits aus den ersten paar Sätzen eines Gespräches heraushören. Damit jeder zur Wort kommt, arbeiten wir in Kleingruppen von 6-8 Teilnehmern, hören uns echte Gespräche aus ihrem Alltag  genau an und diskutieren darüber. Dabei interessieren uns die Gefühle der Kundenberater kein bisschen weniger als die der Kunden: Ziel ist schließlich, dass beide mit einem Lächeln auflegen.

Den Fokus verändern

Wenn es sein muss, diskutieren wir auch eine halbe Stunde darüber, wie sich selbst anspruchsvolle Kunden zufrieden stellen, ja vielleicht sogar begeistern lassen. Dabei helfen offene und gezielten Fragen, neu auf die tägliche Arbeit zu schauen. Besonders wichtig ist uns, ihren Blick immer wieder auf Stärken und Ressourcen zu lenken. Menschen sind häufig sehr gut darin, Fehler bei sich und anderen zu finden und können stundenlang darüber reden. Leider vergessen sie dabei oft, danach zu schauen, welche großartigen Fähigkeiten in jedem einzelnen schlummern. Genau diese Fähigkeiten sind es, die ihnen in schwierigen Situationen weiterhelfen!  So blind wir manchmal für die eigenen Stärken sind, so gut können wir die der anderen sehen. Deshalb wir Gelegenheit zu positivem kollegialen Feedback. Anerkennung und Bestätigung sorgen nicht nur für ein gutes Betriebsklima, sondern sind unentbehrlich für das Wohlbefinden und damit für die Gesundheit.

© Norman Posselt · www.normanposselt.com

Wir haben die Menschen im Blick

 

Psychohygiene kann jeder für sich alleine machen. Nach unserer Erfahrung funktioniert sie allerdings fast noch besser gemeinsam mit anderen Menschen: 1. weil es gut tut, zu erfahren, dass andere vor ähnlichen Problemen stehen 2. weil es zusammen einfach viel mehr Spaß macht. Lachen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Es hilft, belastendes zu verarbeiten, schafft Verbindung und Entspannung. Entspannung wiederum ist bei der Psychohygiene und auch beim Lernen essentiell. Nur in angenehmer und angstfreier Atmosphäre ist unser Gehirn  in der Lage, neue Verknüpfungen zu bilden. Und nur, wenn Menschen selbst erleben, dass es auch anders geht, sind sie bereit, krankmachende Überzeugungen loszulassen.

Gegen krankmachende Arbeitsbedingungen hilft natürlich auch kein audiomaster. Deshalb arbeiten wir nur mit Unternehmen zusammen, die für gute Arbeitsbedingungen sorgen und in die in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren.

Gehört Ihres dazu? Dann melden Sie sich bei uns, damit wir Sie dabei unterstützen können, den Krankenstand noch effektiver zu verringern.

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